Warum Immuntherapie ein Hoffnungsträger ist
Klassische Therapien greifen den Tumor direkt an — operativ, mit Strahlung oder mit Hormonentzug. Immuntherapie verfolgt einen anderen Ansatz: Sie trainiert das körpereigene Immunsystem darauf, Tumorzellen als fremd zu erkennen und selbst zu bekämpfen. Bei einigen Krebsarten (etwa malignem Melanom) hat das bereits zu beeindruckenden Ergebnissen geführt. Bei Prostatakrebs ist die Forschung jünger, aber aktiv.
Woran aktuell gearbeitet wird
- mRNA-basierte Krebsimpfstoffe: Unternehmen wie BioNTech, die mit ihrer mRNA-Technologie aus der COVID-Impfstoffentwicklung bekannt wurden, forschen seit Jahren auch an individualisierten Krebsimpfstoffen — Ansätze, die grundsätzlich auch auf Prostatakarzinome übertragbar sind.
- Individuell hergestellte Tumor-Vakzine: An einzelnen spezialisierten Zentren wird versucht, aus patienteneigenem Tumorgewebe maßgeschneiderte Immunpräparate herzustellen. Das setzt allerdings frisches, ausreichend großes Tumorgewebe voraus — ein praktisches Hindernis, das nicht immer zu lösen ist.
- PSMA-gerichtete Therapien: Verfahren, die gezielt an einem Oberflächenmerkmal von Prostatakrebszellen (PSMA) ansetzen, sowohl diagnostisch (PSMA-PET) als auch therapeutisch (PSMA-Radioligandentherapie) — inzwischen an vielen Zentren etabliert.
- Checkpoint-Inhibitoren: Wirkstoffe, die „Bremsen" des Immunsystems lösen, damit es Tumorzellen aktiver angreift. Bei Prostatakrebs bisher nur bei einem Teil der Patienten wirksam, Forschung dazu läuft weiter.
Klinische Studien finden
Für Patienten, die Zugang zu neuen Therapieansätzen suchen, sind laufende klinische Studien oft der beste Weg — auch wenn eine Standardtherapie ausgeschöpft scheint. Zwei verlässliche Anlaufstellen:
- Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS)
- ClinicalTrials.gov — internationales Studienregister, auch mit Studien in Deutschland